Wie ieUnit berechnet wird
Hier liegt nichts im Verborgenen. Jede Entscheidung ist offen erklärt und begründet. Wenn Du Vertrauen in eine Zahl haben sollst, musst Du sehen können, wie sie entsteht.
Die Kernfakten
- Definition
- Neutrale Wert-Referenzeinheit (kein Zahlungsmittel)
- Wertkorb
- 9 gleichgewichtete Werte: USD, EUR, JPY, CHF, CNH, BTC, ETH, Gold, Silber
- Formel
- Geometrisches Mittel der Wertentwicklungen seit Basiszeitpunkt
- Basiszeitpunkt
- 10. Januar 2017, Startwert 1.00
- Recheneinheit
- intern USD, Anzeige in CHF/USD/EUR
- Preisquellen
- mehrere unabhängige freie Spotmärkte je Wert, Median
- Aktualisierung
- einmal täglich, zeitlich geglättet
Der Wertkorb – neun gleichberechtigte Bestandteile
- Währungen: US-Dollar, Euro, Japanischer Yen, Schweizer Franken, Renminbi (China) – die fünf wichtigsten frei handelbaren Reservewährungen der Welt.
- Kryptowerte: Bitcoin und Ethereum – die beiden grössten und liquidesten.
- Edelmetalle: Gold und Silber – die klassischen Wertspeicher.
Jeder dieser neun zählt gleich viel. Keiner ist wichtiger als ein anderer.
Warum diese und keine anderen? Die Auswahl folgt klaren Regeln: nur frei handelbare Werte mit echten Marktpreisen, und die jeweils wichtigsten ihrer Art. Bewusst nicht dabei sind einzelne Projekt-Token (Neutralität), kleinere Kryptowährungen (zu schwankungsanfällig) und Metalle wie Platin (zu stark von der Industrie getrieben). Beim Renminbi nehmen wir die frei handelbare Variante (CNH), nicht die staatlich gesteuerte – sonst wäre die Regel «nur freie Märkte» verletzt.
Damit kein Wert den Ton angibt – die Normierung
Ein Gramm Gold kostet ein Vielfaches von einem Dollar. Würde man einfach alle Preise zusammenzählen, würde der teuerste Wert den ganzen ieUnit bestimmen. Das wäre kein Durchschnitt, sondern eine Goldwette.
Deshalb wird jeder der neun Werte zu Beginn so umgerechnet, dass er gleich viel beiträgt. Erst dann zählt jeder wirklich zu einem Neuntel. Diese Mengen werden einmal festgelegt und danach nicht mehr angefasst – nur die Marktpreise dahinter bewegen sich.
Warum wir geometrisch rechnen – und nicht einfach den Durchschnitt
Das ist der wichtigste Punkt, und wir erklären ihn offen, weil er entscheidend für die Verlässlichkeit ist.
Ein Wert kann höchstens um 100 Prozent fallen – tiefer als null geht es nicht. Nach oben gibt es keine Grenze. Ein einfacher Durchschnitt zählt darum die grossen Gewinner doppelt stark und wird mit der Zeit von ihnen beherrscht. Ein einziger Wert, der durch die Decke geht, würde den ganzen ieUnit bestimmen.
Das geometrische Mittel behandelt eine Verdopplung und eine Halbierung gleich schwer. Ein kleines Beispiel:
Ein Wert verdoppelt sich (mal 2), ein anderer halbiert sich (mal 0,5).
– Einfacher Durchschnitt: (2 + 0,5) ÷ 2 = 1,25 → +25 % – obwohl sich unterm Strich nichts verändert hat.
– Geometrisches Mittel: Wurzel aus (2 × 0,5) = 1,0 → 0 % – richtig, denn doppelt und halb gleichen sich aus.
Das ist kein Trick, um die Zahlen schön zu rechnen. Es ist die Methode, die man überall verwendet, wo es um Wertentwicklungen geht – sogar offizielle Teuerungsstatistiken rechnen so. Wir haben sie gewählt, weil sie richtig ist, nicht weil das Ergebnis gefällt.
Ein ehrliches Wort dazu: Es liegt nahe zu denken, hier werde so lange gerechnet, bis es passt. Das Gegenteil ist der Fall. Zuerst stand das Prinzip fest – kein Wert darf den anderen erdrücken. Die Methode folgt daraus zwingend. Und sobald die Regeln stehen, werden sie eingefroren. Niemand justiert hier laufend nach. Genau das macht den Massstab verlässlich.
Der Startpunkt
ieUnit beginnt am 10. Januar 2017 mit dem Wert 1,00. Dieses Datum ist bewusst gewählt: ein fester Tag in der Vergangenheit, kein herausgepickter Hoch- oder Tiefpunkt.
Dass der Start in der Vergangenheit liegt, hat zwei Vorteile: ieUnit ist heute längst nicht mehr deckungsgleich mit dem Dollar, und es gibt von Anfang an einen echten, jahrelangen Verlauf zum Anschauen.
Woher die Preise kommen
Für jeden Wert nehmen wir mehrere unabhängige Quellen und bilden daraus den mittleren Preis. Fällt eine Quelle aus, fällt sie einfach weg. So hängt nichts an einem einzelnen Anbieter, und Ausreisser fallen nicht ins Gewicht.
Die Preise werden zeitlich geglättet – kein nervöses Zappeln im Sekundentakt, sondern ruhige, stabile Werte. Und es gibt keinen manuellen Eingriff: Die Regeln rechnen, nicht eine Person.
Wenn sich der Korb je ändern sollte
Der Korb soll stabil bleiben. Sollte er trotzdem einmal angepasst werden – etwa weil eine heute nicht handelbare Währung handelbar wird –, gelten Regeln, die vorher feststehen: Eine Änderung erfolgt selten, wird angekündigt, und sie erzeugt keinen Sprung im Wert (der neue Korb wird nahtlos an den alten angefügt, wie bei grossen Börsenindizes). Die Geschichte wird nie nachträglich verändert, und jede Anpassung wird offen dokumentiert. So bleibt jede Änderung vorhersehbar – nie willkürlich.
Zum Beleg: der echte Verlauf seit 2017 Technische Dokumentation & Backtest